Wenn man in der Zigarrenwelt nach Orientierung sucht, landet man irgendwann bei zwei Dingen: einem guten Freund und seinem besseren Urteil. Für beides steht – in meiner Wahrnehmung – Vasilij Ratej. Dem Zigarren Paten in der Schweiz, Deutschland uns Österreich.
Vasilij ist der Gründer und Herausgeber von Zigarren.Zone – und das ist nicht einfach „ein Blog“. Das ist ein Navigationsgerät für Aficionados, nur ohne nervige Stimme. Aber alles immer sackklar, direkt, ohne Zigarren-Gelaber. Zigarren.Zone ging am 1. Juli 2014 online und wurde im deutschsprachigen Raum (DACH) zu einer der bekanntesten Anlaufstellen für Reviews, Events, Tasting-Notizen und Branchen-News.
Was ihn von anderen Tastern unterscheidet: Er wirkt nicht wie jemand, der „Content macht“. Eher wie jemand, der Genuss ernst nimmt, aber sich selbst dabei nicht zu wichtig. Auf Zigarren.Zone beschreibt er sich sinngemäss als den Menschen hinter dem Projekt: wenn er nicht schreibt, produziert er Videoclips und Dokus über Zigarren, Menschen und das, was dazwischen liegt – und das Ziel sei ein Erlebnis „besser als jede Push-Nachricht“, mit ehrlicher Meinung statt PR-Nebelgranate.
Auch wirtschaftlich hat er das Ding nicht nur angezündet, sondern geführt: Aus ZigarrenZone GmbH wurde – wegen der Schweizer Werbeverbots-Lage ab 2024 – Crazycat Media GmbH, Vasilij blieb dabei Inhaber und Geschäftsführer. Und ja: das klingt nach Bürokratie, ist aber in Wahrheit ein eleganter Move: Wenn die Welt dir die Werbetür zuschlägt, baust du dir halt ein anderes Haus – mit Storytelling als Fundament.

Und jetzt zum Kern: Ich sehe Vasilij als Zigarren-Papst (oder, etwas weniger sakral und mehr Szene-gerecht: als Paten). Nicht weil er laut ist – sondern weil er treffsicher ist. Er testet nicht, um Recht zu haben. Er testet für Dich, um dir Zeit zu sparen. Seine Notizen fühlen sich an wie ein Freund, der sagt: „Rauch das. Oder lass es. Aber mach’s bewusst.“ Und wenn er urteilt, dann mit dem, was ich in der Zigarrenwelt am seltensten finde: Taste plus Disziplin. Um ein Urteil über eine Zigarre zu fällen, b(raucht) er 3 Stück davon. Dier erste wird schon am Morgen auf leeren Magen zu Asche, weitere zu ganz bestimmten Tageszeiten auch nach dem Essen. Es ist kein Etiketten-Kniefall, kein Marken-Kuscheln – eher: Gaumen zuerst, Marketing später.
Das zweite grosse Kapitel heisst Origin Of Cigar: Gemeinsam mit der Historikerin und Aficionada Claudia Puszkar baut Vasilij dort ein historisches Marken- und Quellenarchiv rund um kubanische Zigarren auf – recherchiert, eingeordnet, mit dem Anspruch auf überprüfbare Daten und echte Hintergründe. Das ist keine „Nice-to-know“-Ecke. Das ist Genussbildung.

Und ja: An irgendetwas muss man glauben. Ich habe zum Bodenpersonal von Gott ein eher… selektives Verhältnis. Also glaube ich an den Paten. An den, der nicht predigt, sondern probiert. Und dessen Verdikt man rauchen kann.
Zum Schluss die zwei Links (zum Draufklicken):
E-Book (Davidoff): „The History of the Davidoff Black Band Collection“ – ein eBook-Projekt rund um die Davidoff Black Band Collection (u.a. mit Sam Reuter).
Hier geht’s Zu Davidoff Black Band Collection
Und Hier bitte zu Origin of Cigars
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